Interessante Gerichtsurteile zum Thema Geld und Recht
Gehalt: Wer über sieben Monate ein
niedrigeres Gehalt akzeptiert als im Arbeitsvertrag vereinbart, hat
später keinen Anspruch auf Nachzahlung des Betrags. (LAG Frankfurt, Az.
9/14 Sa916/99)
Wohnrecht: Steht einem Ehegatten ein
lebenslanges Nutzungsrecht an der Wohnung des Partners zu, so hat er bei
seinem Auszug Anspruch auf monatliche Entschädigung (ortüblicher
Mietwert), so das OLG Koblenz. (Az. 3 U 1295/99)
Mietminderung: Schimmelpilze in der Wohnung
sind ein Grund für eine Mietminderung. Mit diesem Grundsatzurteil hat
das Kölner Amtsgericht einer Mieterin rückwirkend für drei Jahre 20
Prozent der Miete als Schadenersatz für feuchte Wände und
Schimmelpilzbildung im Kinderzimmer zugesprochen. (Az.222 C 371/99)
Eheverträge: Sind sittenwidrig, wenn sie
zu einer "einseitigen Dominanz eines Ehepartners" führen und nicht das
Ergebnis einer gleichberechtigten Lebenspartnerschaft sind. Dies
entschied das Bundesverfassungsgericht (BVG) im Fall einer schwangeren
Frau, die in einem Ehevertrag verpflichtet worden war, nach einer
Scheidung auf Unterhalt für sich und das Kind zu verzichten. (Az.1 BvR
12/92)
Untervermietung: Ein Vermieter hat
grundsätzlich das Recht, seinem Mieter die Untervermietung der Wohnung
zu gestatten oder zu untersagen. Untersagt er sie, kann der Mieter den
Mietvertrag kündigen – sofern nicht in der Person des potenziellen
Untermieters ein wichtiger Grund für die Untersagung liegt. Der
Vermieter darf die Erlaubnis zur Untervermietung jedoch nicht vom
Geschlecht des Untermieters abhängig machen. (Amtsgericht
Hamburg-Harburg, (Az.: 643 C 508/99)
Lastschriftgebühren: Bankkunden müssen keine
Gebühren mehr dafür bezahlen, wenn die Bank Sie benachrichtigt, dass
Ihre Schecks und Lastschriften nicht eingelöst oder Überweisungen und
Daueraufträge mangels Deckung nicht ausgeführt wurden. Derartige
Klauseln sind gesetzeswidrig. Die Bank erfülle mit solchen Benachrichtigungen
eine vertragliche Nebenpflicht und keine gesondert vergütungsfähige
Sonderleistung gegenüber den Kunden, so der BGH in seiner Begründung.
(Az.: XI ZR 197/00)
EC-Karten-Diebstahl: Hat ein Einbrecher eine
EC-Karte gestohlen und hebt damit Geld ab, lässt sich allein daraus noch
nicht schließen, dass die Besitzer die Karte fahrlässigerweise gemeinsam
mit der geheimen PIN-Nummer aufbewahrt hatten. (Oberlandesgericht
Oldenburg, Az. 9 U 23/00)
Autoverkauf: Wer sein Auto nur am
Straßenrand parkt, um es zu verkaufen, darf deshalb nicht abgeschleppt
werden. Ein Preisschild im Wagen ist erlaubt, sofern dieser fahrbereit
ist. (Oberwaltungsgericht Münster, Az. 11 A 2870/97)
Unterhalt: Geht nach einer Scheidung auch
die nächste Beziehung in die Brüche, muss der Mann zunächst Unterhalt an
seine Exfrau zahlen. Die neue Lebensgefährtin kann nur Unterhalt
fordern, wenn das Einkommen des Mannes auch dafür noch reicht.
(Oberlandesgericht Schleswig, Az. 13 UF 207/99)
Bio-Müll: Auch wer seinen Bio-Müll auf
den Kompost wirft, darf zu Zahlungen für das Biotonnensystem verdonnert
werden. (Bundesverwaltungsgericht, Az. 11 C 7.00)
Hausschlüssel: Findet ein Dieb den
Hausschlüssel im Briefkasten, zahlt die Versicherung keinen Schadenersatz.
(Oberlandesgericht Celle, Az. 8 U 255/97)
Schulhof: Bricht sich ein Schüler den
Arm, weil Ihm ein zehnjähriger Kamerad – ohne mit so schlimmen Folgen zu
rechnen – auf dem Schulhof ein Bein stellte, ist das eine schulbezogene
Verletzung, für die es kein Schmerzensgeld gibt. (Landgericht Leipzig,
Az. 14 S 1502/00)
Miet-Abfindung: Eine Prämie, die der Vermieter
zahlt, damit der Mieter schnell auszieht, ist steuerfrei.
(Bundesfinanzhof, Az. IX ZR 89/95)
Unfall: Wer einen städtischen Baum so
anfährt, dass 120 Mark Schaden entstehen, und sich nicht meldet, begeht
Fahrerflucht. (Oberlandesgericht Köln, Az. 9 U 48/00)
Pflegegeld: Auf Pflegegeld besteht nur
Anspruch, wenn die zu pflegende Person auch tatsächlich gepflegt wird.
(Landesgericht Mecklenburg-Vorpommern, Az. L 4 P 15/98)
Unterschrift: Eine Unterschrift muss nicht
lesbar sein, wenn der Urheber zweifelsfrei feststeht.
(Bundesarbeitsgericht, Az. 5 AZB 17/00)
Diät: Die Kosten für eine ärztlich
verordnete Diät sind nicht als außergewöhnliche Belastung steuerlich
absetzbar. (Bundesfinanzhof, Az. III B 5/00)
Handy-Vertrag: Wer mit einem Mobilfunkvertrag
ein Handy erwirbt, kann den kompletten Vertrag kündigen, wenn das Gerät
defekt ist. (Amtsgericht Düsseldorf, Az. 34 C 3564/00)
Notreparatur: Wer nur eine Notreparatur in
Auftrag gibt oder vom Handwerker lediglich eine Arbeit verlangt, die
„einigermaßen aussieht“, läuft Gefahr, sich auch mit einer
minderwertigen Arbeitsleistung zufrieden geben zu müssen. (OLG Saarbrücken,
Az. 1 U 111/00-25)
Glatteis: Jeder Grunstückseigentümer ist
verpflichtet, sich um die Sicherheit der Gehwege, die an seinme Grund
und Boden angrenzen, zu kümmern. Das heißt, sie müssen von Schnee und
Eis geräumt sein. Doch auch Fußgänger müssen aufpassen, so der
Bundesgerichtshof in einem Urteil.(Az. VI ZR 75/98)
Bankgebühren: Für die Benachrichtigung von
Bank-Kunden darüber, dass Schecks nicht eingelöst oder Überweisungen
nicht ausgeführt werden konnten, dürfen Kreditinstitute keine Gebühren
fordern. (Bundesgerichtshof, Az.: XI ZR 197/00)
Zeitschriften-Abos: Im Internet per E-Mail
bestellte Zeitschriften-Abos sind rechtsgültig und bedürfen keiner
zusätzlichen Schriftform. (OLG München, Az.: 29 U 4113/00) Das Urteil
ist noch nicht rechtskräftig. Mehr Infos unter: www.kanzlei-prof-schweizer.de
Kündigung: Unternehmen haben vor einer
Kündigung grundsätzlich bis zu einer Woche lang die Stellungnahme des
Betriebsrates abzuwarten, so das Arbeitsgericht Frankfurt. (Az.: 7 Ca
904/00)
Fahrverbot: Die übermäßige Dauer eines
Bußgeldverfahrens kann dazu führen, dass ein ursprünglich durchaus
gerechtfertigtes Fahrverbot nicht mehr verhängt werden darf. (OLG
Zweibrücken, Az.: 1 Ss 223/00)
Aufbauhilfe: Die Sozialhilfebehörden sind
nicht ohne weiteres zur Unterstützung beim Aufbau einer wirtschaftlichen
Existenz verpflichtet (Verwaltungsgericht Trier, Az.: 6 L 82/01). Der
Antragsteller wollte eine Aufbauhilfe in Höhe von DM 10.000,- für den
Handel mit alten Büchern. Die Behörde zweifelte jedoch am
wirtschaftlichen Erfolg des Geschäfts und lehnte ab.
Immobilien: Wer ein Grundstück verkauft,
darf wesentliche Informationen nicht verschweigen. So muss ein Käufer
auch darauf hingewiesen werden, dass für das Nachbargrundstück konkrete
Baupläne bestehen.
Wenn der Makler selbst
Interesse hat: Ein
Makler muss an seinen Kunden Schadenersatz zahlen, wenn er ein Objekt
für sich selbst erwirbt, ohne das Kaufinteresse des Kunden zu beachten.
Dies entschied das Koblenzer Oberlandesgericht (OLG) in einem noch nicht
rechtskräftigen Grundsatzurteil. (Az.: 1 U 1108/96)
Geld zurück, wenn´s zum Himmel
stinkt: Starke
Geruchsbelästigung aus einer Kläranlage neben einem Urlauberhotel
begründet nach Ansicht des Amtsgerichts Frankfurt eine Rückerstattung
von 40 Prozent des Reisepreises. (Az.: 31 C 585/00-83)
Nicht jeder "Neue" ist ein
Neuwagen: Einlängere
Zeitbeim Händler auf Halde stehendes Auto darf nur dann als "Neuwagen"
verkauft werden, wenn das entsprechende Modell zum Zeitpunkt des
Verkaufs noch hergestellt wird, urteilte der Bundesgerichtshof. (Az.
VIII ZR 325/98)
Mobbing;Gericht muss Attest
berücksichtigen: Gesundheitsgefahren durch Mobbing am Arbeitsplatz können
Grundlage für ein ärztliches Attest auf Berufsunfähigkeit sein. Sie
müssen in einem Rechtsstreit ausreichend berücksichtigt werden. (Az.: 5
AZR 352/99)
Zugeschaut beim Diebstahl?
Fristlose Kündigung: Wer einem Kollegen bei Diebstählen beobachtet und dies nicht
seinem Arbeitgeber meldet, riskiert eine fristlose Kündigung.
(Arbeitsgericht Frankfurt, Az.: 7 Ca 3997/00)
Ganz in Weiß auch bei der
Wohnung: Ein
Vermieter kann nicht von seinen Mietern verlangen, dass die Wohnung beim
Auszug komplett weiß gestrichen wird. Abgesehen von extremen Wandfarben
wie z. B. Schwarz, Lila oder Rot ist alles zulässig. (LG Lübeck, Az. S221/00)
Keine Gebühr mehr für
geplatzte Schecks: Nun hat auch der BGH bestätigt, dass Banken für die
Benachrichtigung über nicht ausgeführte Lastschriften oder Schecks kein
Entgeltverlangen dürfen. (Az: XI ZR 197/00)
Urlaub für Arbeitslose: Arbeitslose haben nur drei
Wochen Urlaubsanspruch pro Jahr. Für Zeiten darüber wird die
Unterstützung gekürzt. (Bundessozialgericht, Az: B 11 A 101/99 R)
Kündigung bei Teilzeit: Kündigt eine Firma einem
Teilzeitmitarbeiter betriebsbedingt, muss sie bei der Sozialauswahl
Vollzeitbeschäftigte nicht mit einbeziehen. (Eu GH, Az: C-322/98)
Kein Geld für Raucher: Wenn es brennt, weil der
Versicherte Zigarettenreste in einen Plastikeimer mit leeren
Zigarettenschachteln geworfen hat, zahlt die Hausratversicherung nicht.
(LG Ansbach, Az: 2 0 114/97)
Malheur beim Frisör: Bricht nach einer Dauerwellenbehandlung
das Haar an der Wurzel ab, können 3000 Mark Schmerzensgeld angemessen
sein, wenn die Kundin monatelang eine Perücke tragen muss und seelisch
leidet. (OLG Köln, Az: 19 U 62/99)
Aufsichtspflicht; Eltern
müssen besonders aufpassen: Eltern verletzen ihre Aufsichtspflicht, wenn eine
Dreijährige unbemerkt den Küchenherd einschaltet und damit die Wohnung
in Brand setzt. (OLG, Az: 22 U 19/00)
Autoverkauf am Straßenrand
zulässig: Es
ist erlaubt, ein Auto mit Verkaufsofferte hinter der Scheibe am
Straßenrand zu parken, solange es zugelassen und betriebsbereit ist.
(OVG Münster, Az: 11 A 2870/97)
Abschleppen ist erlaubt: Autos, die auf dem Radwegpark,
dürfen abgeschleppt werden. (OVG Hamburg, Az: 3 Bf 215/98)
Unterhaltsverzicht darf nicht
zur Sozialhilfe führen: Eine Verkäuferin und ihr Mann ließen sich scheiden.
Sie verzichteten auf nachehelichen Unterhalt. Trotzdem verlangte die
Frau später Geld von ihrem Ex-Mann. Denn sie lebe vom Sozialamt, da sie
ständig arbeitsunfähig sei. Die Richter gaben ihr Recht. Zwar bekommt in
diesem Fall die Frau zurzeit kein Geld von ihrem früheren Gatten, weil
der arbeitslos ist. Aber das Gericht stellte grundsätzlich fest:
Eheleute können bei ihrer Scheidung nicht auf Unterhalt verzichten und
dann finanzielle Unterstützung vom Staat erwarten. Das sei sittenwidrig.
(Schleswig-Holsteinisches OLG Az: 8 UF 201/99)
Wer zu spät kommt, ist selber
schuld: Urlauber
sollten bei der Anreise per Bahn zum Flughafen Verspätungen von
vornherein einplanen. Ein Kunde verpasste seinen Flieger in die
Dominikanische Rupublik, weil sein Zug zwei Stunden zu spät ankam. Er
konnte erst einen Tag später fliegen. Im entstanden dadurch zusätzliche
Ticketkosten in Höhe von 2000 Mark, die er von der Bahn anschließend
zurückforderte. Vor Gericht unterlag er. Begründung: Nach Paragraph 17
der Eisenbahnverkehrsordnung begründen Zugverspätungen keinen Anspruch
auf Schadenersatz. (Amtsgericht Frankfurt/M., Az: 29 C 169/00-81).
 weiter
Weitere Artikel zum Thema Finanzen.
Themen und Partner:
Kostenlos Onlinegames |
Homepage |
Handy Shop |
Lastminute Reise |
Kredit ohne Schufa |
Preisvergleich |
Fabrikverkauf
Billig Reisen |
Finanzen
Kataloge |
Gewinnspiele |
Geld verdienen |
Online Shop |
Versicherungsvergleich |
Produktproben |
Online Spiele
IhrFinanzexperte.de |
Free SMS
Startseite |
Kontakt |
Angebot eintragen |
Partnerprogramm |
Impressum |
Sitemap |
Werbung |
Seite empfehlen |
Haftungsausschluss |
Presse
|