Schneller surfen mit DSL – Tipps zur Speed-Optimierung

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Netzwerkkabel Bild unter pixabay.com von blickpixel

Was gestern extrem schnell war, ist morgen viel zu langsam. Neben erhöhten Downloadraten ist es das populäre Video-Streaming, das den Breitbandanschlüssen einiges abverlangt. Den gestiegenen Ansprüchen werden viele DSL-Anschlüsse nicht mehr gerecht.

Was Verbraucher oft nicht wissen: Mit den richtigen Tricks lässt sich der DSL-Anschluss optimieren und damit das Tempo erhöhen. Wir zeigen an fünf Beispielen wie es geht und verraten, wie Sie den aktuell besten Anbieter finden.

1. ADSL und ADSL2+

Unter der Rubrik „Internet->DSL-Informationen“ erhalten Sie in den Fritzbox-Daten wertvolle Anhaltspunkte zu Ihrem DSL-Anschluss. Ist hier lediglich „ADSL“ als Übertragungsverfahren angegeben, sollten Sie umgehend Kontakt mit dem verantwortlichen Provider aufnehmen. Denn bei ADSL handelt es sich um einen Standard, der veraltet und für heutige Anforderungen ungeeignet ist. Bei ADSL2+ werden bei gleicher Leitungslänge markant bessere Übertragungsraten erzielt. Diese liegen bei bis zu 16 MBit/s. Fordern Sie eine Umstellung auf ADSL2+, um vom zeitgemäßen Standard zu profitieren. Allerdings ist nicht immer gewährleistet, dass ein Umstieg auf ADSL2+ beim derzeitigen Anbieter möglich ist. Verfügt dieser vor Ort noch nicht über den neueren Standard, sollten Sie einen Anbieterwechsel in Erwägung ziehen. Die meisten Anbieter stellen online einen Verfügbarkeitscheck bereit, sodass Sie bequem von Zuhause aus die ADSL2+ Verfügbarkeit prüfen können.

2. Wenn Provider die Geschwindigkeit bremsen

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Router Bild unter pixabay.com von succo

Liegt die maximale DSLAM-Datenrate unter der Leistungskapazität der Fritzbox, ist dies ein klares Zeichen dafür, dass Ihre Internetgeschwindigkeit vom Provider gebremst wird. Hierfür gibt es verschiedene Gründe. Unter anderem wäre es denkbar, dass Ihr momentaner Tarif keine bessere Leistung beinhaltet. Ist dies nicht der Fall, gibt es keinen Grund, warum der Provider die Geschwindigkeit des Anschlusses drosselt. Weisen Sie den Anbieter unverzüglich auf auf die eingeschränkte Leistungskapazität hin. Im Idealfall senden Sie eine schriftliche Anfrage und ergänzen diese mit einem Screenshot der DSL-Statusinformationen Ihrer Fritzbox. Sollte es stattdessen tatsächlich am Tarif liegen, dass mit vermindertem Tempo gesurft wird, ist ein Tarifwechsel bei erhöhtem Bedarf empfehlenswert. Um den günstigsten Tarif aus der Masse herauszufiltern, raten wir zu einem DSL-Tarifvergleich, der über verschiedenste Online-Plattformen komfortabel von Zuhause aus erledigt werden kann. Bevor Sie sich jedoch intensiv mit den Angeboten auseinandersetzen, sollten Sie sich bewusst machen, dass nicht jeder Tarif für alle Haushalte und Leitungen geeignet ist. Das deutsche Vergleichs- und Vermittlungsunternehmen Verivox stellt auf seiner Internetseite einen DSL-Tarifvergleich zur Verfügung und gibt passend zu dieser Thematik eine verständliche Erklärung ab: „Bevor man zum Beispiel einen DSL-Tarif mit einer Bandbreite von 16.000 Kbit/s bestellt, sollte man herausfinden, ob die entsprechende Leitung eine solche Geschwindigkeit überhaupt übertragen kann.“ Ansonsten zahlen Sie womöglich für Leistungen, die Sie in der Praxis nicht nutzen können. „Wer bereits über einen Breitbandanschluss verfügt und auf der Suche nach einem günstigeren DSL-Tarif ist, sollte einen DSL-Speedtest vom alten Anschluss aus vornehmen. Wer dagegen umzieht, muss sich zunächst auf die Angaben eines DSL-Verfügbarkeitstest verlassen.“, ergänzt Verivox.

3. DSL-Router und Modem prüfen

Nicht immer muss es zwangsläufig an der Leitung liegen, dass der Speed des Internetanschlusses zu wünschen übriglässt. Das DSL-Modem kann schuld an der zu geringen Geschwindigkeit haben. Einige Geräte sind in der Lage Störungen schneller und besser zu verarbeiten, was beim Surfen Vorteile bringt. Ein Austausch ist dann sinnvoll.

4. Datenvolumen reduzieren

Eine einfachere Art den DSL-Anschluss zu optimieren, verbirgt sich in der Reduzierung des zu übertragenden Datenvolumens beim Surfen. Hierfür stehen verschiedene Lösungen bereit. Drei davon wurden nachfolgend tabellarisch verdeutlicht:

Software

Erklärung

Opera (Browser) Dieser Browser ist kostenlos und als iOS-, Android- und Windows-Variante verfügbar. Eine Funktion erlaubt es durch markante Komprimierung den Datenverbrauch beim Surfen zu reduzieren.
Google Chrome (Browser) In der App-Version steht eine Kompressions-Funktion bereit. Mit der inoffiziellen Erweiterung „Data Compression Proxy“ kann die Funktion auch bei Windows zum Einsatz kommen.
Onavo Extend (App) Mit der kostenlosen Applikation Onavo Extend kann der gesamte Datenverkehr von Mobilgeräten verringert werden. Die App ist für iOS und Android ab Version 4 erhältlich. Interessant an der App: Die Datenvolumen-Einsparungen werden angezeigt.

Wie Onavo Extend angewandt wird und welche weiteren Vorteile die Applikation mit sich bringt, zeigt ein Anwender sehr anschaulich in diesem Video:

5. Problem Leitungslänge – Wechsel der Anschlussart

Zwischen DSL-Gegenstelle und Vermittlungsstelle liegen oft mehrere Kilometer. Ist die Leitungslänge bis zur Wohnung zu groß, kann dies die Internetgeschwindigkeit drosseln. Liegt die aktuelle Datenrate deutlich unter dem maximalen Wert, der Ihnen laut Vertrag zusteht, sollten Sie die Anschlussart auf VDSL ändern. Hierbei handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Standards, wodurch die Gegenstellen nur noch wenige hundert Meter entfernt, im zugehörigen Verteilerkasten, zu finden sind. Durch den Wechsel der Anschlussart ist eine Erreichung von Datenraten bis 50 MBit/s oder maximal 100 MBit/s (bei Vectoring-Technologie) realisierbar. Vor allem in Großstädten und Ballungsgebieten ist diese Art der Geschwindigkeitsoptimierung eine Option. In vielen anderen Regionen kann es aufgrund des hohen Kosten- und Zeitaufwands noch dauern, bis alle Verteilerkästen über Glasfaser mit dem Internet verbunden werden.

Festnetz- und DSL-Test 2015

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Laptop Bild unter pixabay.com von FirmBee

Spannend sind in diesem Zusammenhang die Ergebnisse eines aktuellen Festnetz- und DSL-Tests, der von der Zeitschrift connect gemeinsam mit dessen Netztestpartner zafaco durchgeführt wurde. In einem Zeitraum von vier Wochen wurden rund 1,7 Millionen Testverbindungen an 36 Standorten aufgebaut, um die besten Anbieter zu finden. Vom 18. Mai bis 14. Juni 2015 wurden die Messungen mit Hilfe automatisierter Testsysteme durchgeführt und verschiedene Faktoren wie Datenraten analysiert. Auf der Internetpräsenz von connect können die vollständigen Ergebnisse des Tests nachvollzogen werden. Darunter eine Liste mit den derzeit besten Anbietern.