Gratis probieren: Warum Testzeiträume sinnvoll sind

Eine neue Software soll das ganze Unternehmen auf Vordermann bringen. Der Abozugang zum E-Paper des neuen Fachmagazins soll für mehr Aufschluss über den Markt sorgen. Das neue Buchhaltungstool schafft Arbeitserleichterung. Aber stimmt das alles? Bevor sich Kunden und Unternehmen auf eine Langzeitbindung mit einem neuen Produkt einlassen, wird getestet. Ein Vorteil für Kunden und Anbieter, der beiden Seiten hilft.  

Kündigt sich ein neues Produkt an, werben Unternehmen sofort mit einer kostenfreien Testphase. 14 Tage oder einen Monat lang kann in vielen Fällen das Produkt nach Herzenslust getestet werden. Eine Verlängerungspflicht in ein zahlungspflichtiges Abnahmeverhältnis entfällt dabei. Was einst als besonderes und werbewirksames Element aus den Marketingabteilungen schwappte, gehört heute zu der Erwartungshaltung ein Produkt. Wenn es der Kunde nicht testen kann, dann ist der Produktstart von Beginn an holprig.

Die Möglichkeit, ein Produkt auf Herz und Nieren zu testen, soll allerdings nicht nur dem Kunden von Vorteil sein. Für Firmen ist dieser Zeitraum des Probierens ein zusätzlicher Testzeitraum unter realen Bedingungen. Was zuvor in den Entwicklerphasen und Beta-Versionen geprüft wurde, muss sich nun den kritischen Augen der Anwender unterziehen, die das Produkt frisch vorgesetzt bekommen. Wo firmeninterne Mitarbeiter oder speziell zusammengestellte Testgruppen schon einen blinden Fleck sehen und mit der bekannten Betriebsblindheit arbeiten, kann ein Blick von außen noch einmal neue Anregungen und Ideen liefern.  

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Angebot und Nachfrage steuern
Anbieter sehen von Haus aus ihr Produkt als das Ergebnis langer Arbeit und hoher Investitionen. Einen Fehltritt oder gar eine Blamage will man sich mit dem eigenen Portfolio nicht leisten. Der Testzeitraum oder die Option, Free Trials anzuwenden, ist daher umso wichtiger. Streaminganbieter wie AppleTV+ bietet interessierten Filmfans beispielsweise eine Testphase von 7 Tagen, in denen das Programm durchstöbert werden kann. Hierbei musste der Technik-Gigant sich der Kritik aussetzen, dass Angebot und Preis nicht miteinander harmonieren. Zu wenig Inhalt, zu hoher Preis. Erst kürzlich wurde bekannt, dass, entgegen bisheriger Stellungnahmen, das Portfolio um zugekaufte Ware aufgestockt wird. Ein Resultat aus den bisherigen Feedbacks der Testseher? Vielleicht.

En ähnliches Testmodell bietet Tillhub an. Der Produzent digital basierter Kassensysteme stellt seinen Kunden eine Demoversion seiner Software zur Verfügung, um sich in Ruhe durch die Anwendung zu klicken. Inventuren, Abgleiche der Lagerbestände und die gesetzliche Kassensicherungsverordnung: In der kostenfreien Demoversion werden durch einen Mitarbeiter alle Fragen beantwortet. Aufgrund der komplexen Zusammenhänge und dem Aufwand, der hinter einer Kassenumstellung im eigenen Betrieb steht, ist dieses Angebot äußerst hilfreich. Mögliche Schwachstellen oder individuelle Anpassungen können somit im Vorfeld besprochen werden.

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Sport ist nicht gleich Sport
Selbst bei Produkten, die selbsterklärend scheinen, ist ein Testzeitraum vorhanden. Der international agierende Sportanbieter Urban Sports Club, der mit seiner Fitnessflatrate zahlreiche Studios unter seinem Dach vereint, gibt Abonnenten die Chance, die Vielfalt der Studios, Saunen oder Massagesalons zu testen. Was komisch klingt, ergibt Sinn: Der Kunde kann ausprobieren, ob das gewählte Paket zu den eigenen sportlichen Bedürfnissen passt. Ein immenser Vorteil, den Fitnessstudios selten bieten: Oft muss der Vertrag nach dem ersten Training abgeschlossen werden. Eine wirkliche Referenz auf lange Sicht ist dies nicht.
Daher sind Testzeiträume für Neuentwicklungen oder Neukunden ein wichtiges Instrument. Sie schaffen vertrauen und geben Aufschluss darüber, ob sich der Kunde am Ende mit seiner Entscheidung wohlfühlt. Eine Tatsache, die sich auch auf die positive Nutzung des Produktes ausübt.