Ihr Recht am Geldautomaten

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Zu wenig Geld rausgegeben, Karte eingezogen, Konto geplündert. Geldautomaten – die Bankschalter von heute. Rund 49 Millionen Deutsche holen sich ihr Bargeld per PIN und Kontokarte. Aber was, wenn es Probleme gibt? Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist, wenn zu wenig Geld aus dem Automaten kommt?:
Reklamieren Sie sofort am Schalter. Die Verbrauchzentrale Nordrhein-Westfalen: „Hat das Computer-Protokoll des Automaten den Fehler registriert, bekommen Sie in der Regel Ihr Geld“. Wenn nicht, bleibt nur der Rechtsweg. Hier urteilen die Gerichte verschieden. Hilfreich bei Streitigkeiten sind Zeugen.




Was tun, wenn ich vergessen habe, das Geld aus dem Automaten zu nehmen?
Dann ist es weg. Juristischer Hintergrund: Mit dem „Ausspucken“ der Scheine wird das zum Eigentum des Kunden. Sie haben Glück, wenn der Automatenraum per Video überwacht wurde. Oder wenn das Geld nicht „gemopst“, sondern vom Automaten eingezogen wird (in der Regel nach 30 Sekunden). Dann kann der Vorgang anhand des Automaten-Protokolls von der Bank rekonstruiert werden – Sie bekommen die volle Summe.

Der Automat spuckt die Karte nicht mehr aus. Was jetzt?
Sofort Ihre Karte sperren lassen. Am Bankschalter oder unter der 24-Stunden-Telefonnummer 01805/021021.

Was, wenn jemand mein Konto am Geldautomaten leer räumt?:
Das geht nur, wenn der Gauner auch Ihre PIN-Nummer hat. Beispiel 1: Einer Frau wurde die ec-Karte gestohlen, der Dieb hob Geld vom Konto ab. Die Bank musste den Schaden begleichen. Grund: Die Kundin konnte glaubhaft machen, dass sie den Geheimcode nicht in der Geldbörse aufbewahrt hatte. Der Dieb könnte sie auch am Geldautomaten beobachtet haben, sich so die PIN verschafft haben (LG Berlin 51 S 292/98). Beispiel 2: Ein Kunde bewahrte PIN und Karte während eines Urlaubs zusammen in der Wohnung auf. Nach einem Einbruch wurde sein Konto geleert. Er hat grob fahrlässig gehandelt – und keinen Anspruch auf Schadensersatz (Kammergericht Berlin, Az.: 24 U 5123/99). Dasselbe gilt, wenn er den Verlust der ec-Karte erst eine Stunde, nachdem er es gemerkt hat, bei der Bank meldet (OLG Hamm, Az.: 31 U 7/96). Wichtig: Nie die Geheimzahl irgendwo notieren!

Ich habe drei Mal die falsche Geheimzahl eingegeben. Darf die Bank für die Karten-Freischaltung Gebühren verlangen?
Meist ja. Das ist aber jeweils in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelt (bekommen Sie bei Kontoeröffnung).

Wer ist bei Streit beweispflichtig – der Kunde oder die Bank?
Grundsätzlich der Kunde. Er muss darlegen, wieso jemand mit seiner geheimen PIN-Nummer Geld abheben konnte.

Wer haftet, wenn ich im Geldautomatenraum überfallen werde?
Der Kunde. Auch hier gilt: Kam das Geld aus dem Automaten, gehörst es dem, der es abhob.

Noch mehr Tipps und Urteile zum Thema bietet die Broschüre „Das Girokonto – Ihre Rechte
als Bankkunde“, erhältlich bei den Verbraucherzentralen.

Quelle: Bild-Woche

(Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag ist schon älter, so dass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellen Rechtsstand entsprechen!)