Handwerker-Pfusch? – Ihr Recht als Kunde

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Der Kühlschrank streikt, der Fernseher flimmert, der Schlüssel bricht im Schloss ab… Wie gut, dass es Handwerker gibt. Ohne Ihr Geschick säßen wir manchmal ganz schön in der Klemme. Doch leider gibt’s mit den (meist) netten Helfern auch immer mal wieder Streit. Jürgen Schröder, Jurist bei der Verbraucher-zentrale Nordrhein-Westfalen, klärt Kunden über ihre Rechte bei Ärger mit Handwerkern auf. Ein Ratgeber von Anfahrt bis Zuschläge.




Anfahrt:
Darf sie extra berechnet werden? Ja! Fahrtzeiten müssen auf der Rechnung aber gesondert ausgewiesen sein. Nicht extra berechnet werden darf allerdings, wenn z.B. Werkzeug vergessen wurde und deshalb eine Zusatzfahrt fällig wird.

Arbeitszeit:
Muss ich die Mittagspause mitbezahlen? Nein! Zahlen braucht der Kunde nur für die effektiv geleistete Arbeitszeit. Pausen fließen bereits in die Berechnung der Stundenlöhne ein. Auch angebrochene Stunden dürfen nicht voll, sondern nur anteilig berechnet werden. Kostet die Stunde 40 EUR, sind z.B. für 30 Minuten nur 20 EUR fällig.

Kosten-Voranschläge:
Darf die Rechnung später teurer werden? Ja! Bei einem „unverbindlichen Kostenvoranschlag“ darf sie maximal 15% höher ausfallen. Die Erhöhung muss aber begründet werden. Tipp: Handeln Sie einen „verbindlichen Kostenvoranschlag“ aus. Dann muss sich der Handwerker an den vereinbarten Preis halten. Und: Kostenvoranschläge sind – wenn nicht ausdrücklich darauf hingewiesen wird – gratis.

Material:
Muss ich das extra bezahlen? Selbstverständlich! Der Handwerksbetrieb muss Ersatzteile im Großhandel einkaufen. Sie dürfen extra berechnet werden.

Pfusch:
Muss ich trotzdem zahlen? Natürlich nicht! Weist die Arbeit schwerwiegende Mängel auf, kann der Kunde die „Werkabnahme“ verweigern. Nachbesserungen muss der Handwerker auf seine Kosten durchführen. Der Kunde braucht erst zu zahlen, wenn alles einwandfrei erledigt ist.

Rechnung:
Was tun, wenn sie zu hoch ist? Auf einer ordnungsgemäßen Abrechnung müssen Arbeitszeit, Fahrtzeiten, Materialkosten, Mehrwertsteuer und die Gesamtsumme stehen. Ist die Rechnung höher als vereinbart, braucht der Kunde zunächst nur einen „angemessenen Abschlag“ (in Höhe des Kostenvoranschlags) zu zahlen. Die Restsumme muss der Handwerker begründen können. Wenn nicht, gibt’s dafür kein Geld.

Verspätung:
Was ist, wenn mich der Handwerker warten lässt? Lässt er den ersten Termin platzen, hat der Kunde die Möglichkeit, eine neue „Frist mit Ablehnungsandrohung“ zu setzen. Kommt der Handwerker auch beim zweiten Mal nicht oder unpünktlich, kann der Kunde vom Vertrag zurücktreten.

Zuschläge:
Müssen Überstunden extra bezahlt werden? In der Regel machen Handwerker keine Überstunden. Beauftragen Sie aber einen Notdienst, z.B. nach Feierabend oder am Wochenende, sind Zuschläge bis zu 100% auf den normalen Arbeitslohn erlaubt.

Quelle: Bild-Woche